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Valencia

 

Geographie

Die Valencianische autonome Gemeinschaft liegt im Osten Spaniens an der spanischen Mittelmeerküste und umfaßt die drei Provinzen Alacant, Castelló und Valencia. Im Norden grenzt sie an Katalonien, im Westen an Aragonien, sowie Kastilien-La Mancha und im Süden an Murcia. Die Region erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 23.255 Quadratkilometer. Das um 1982 gebildete Territorium der autonomen Gemeinschaft, ist zum Großteil identisch mit dem des ehemaligen Königreiches Valencia. Der Name Valencia steht auch gleichzeitig für die Provinzhauptstadt Valencia, die etwa auf der selben geographischen Breite wie die Insel Mallorca liegt. 

Die Region selbst besteht aus zwei geographischen Teilen. Zum einem gibt es im Osten den langen Küstenabschnitt, der sich mit seinen fruchtbaren Böden von Norden nach Süden am Mittelmeer entlang zieht. Zum anderem findet man im Westen das gebirgige Hinterland. Die Stadt Valencia selbst liegt an der Mündung des Flusses Turia, dessen Flußlauf man nach zahlreichen starken Überschwemmungen aus der Stadt heraus gelegt hat. Das alte Flußbett bildet heute eine Parkanlage.

 

Klima

In der autonomen Region Valencia herrscht Mittelmeerklima, wobei sich das Wetter zwischen dem Küstenstreifen am Mittelmeer und den Gebirgszügen im Westen unterscheiden kann. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei etwa 18 Grad Celsius und schwankt dabei zwischen dem Monat Januar mit durchschnittlich 11 Grad Celsius, und dem Monat August mit durchschnittlich 25 Grad Celsius. Im Winter fallen die Temperaturen selten unter 4 bis 8 Grad Celsius. Tagsüber kann es im Winter sogar bis zu 25 Grad Celsius werden und im Sommer bis zu 40 Grad Celsius, während in den Sommernächten die Temperaturen bei etwa 20 bis 25 Grad Celsius liegen.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt weniger als 470 mm und es regnet vor allem im Frühjahr und im Herbst. Die durchschnittliche Regenhäufigkeit liegt in dieser Zeit etwa bei 5 Tagen pro Monat. Allerdings ist die erste Oktoberwoche für ihre starken Niederschläge berühmt. In den Sommermonaten Juni, Juli und August regnet es hingegen sehr selten. Die mittlere Wassertemperatur in Valencia liegt in den Monaten Juni bis Oktober über 20 Grad Celsius und erreicht im August mit 25 Grad Celsius ihr Maximum. In den Wintermonaten liegt die Wassertemperatur bei etwas 13 bis 15 Grad Celsius.

 

Bevölkerung

Die Gesamtbevölkerung der autonomen Gemeinschaft Valencia liegt bei etwa 5.009.931 (Stand: 2011) Einwohnern und die Bevölkerungsdichte bei ca 215 Einwohnern pro Quadratkilometer. Etwa 795.000 (Stand: 2012) Einwohner leben davon in der Stadt Valencia bei einer Bevölkerungsdichte von ca 5.882 Einwohner pro Quadratkilometer. In der autonomen Region wird neben Spanisch auch Valencianisch gesprochen. Jedoch spricht die Bevölkerung an der Küste Valencianisch und Spanisch, die Bevölkerung im Landesinneren dagegen oftmals nur Spanisch. Beide Sprachen gelten in dieser Region auch als anerkannte Amtssprachen.

 

Geschichte

Als Geburtsjahr der heutigen autonomen Region Valencia gilt das Jahr 1238. Zu dieser Zeit vereinte der damalige König Haime von Aragon die Region mit der Krone Aragon und rief damit das Königreich Valencia aus. Vor diesem geschichtlichem Ereignis bestimmten fast 500 Jahre lang Kriege zwischen den Mauren und den Christen die Region. Und noch heute findet man in vielen Festen und Bräuchen Spuren aus dieser Zeit wieder. Der wohl berühmteste Held aus diesen unruhigen Zeiten ist El Cid, der bereits im 11. Jahrhundert die heutige Region Valencia von den maurischen Besetzern befreite.

Im 15. Jahrhundert wurde das damalige Königreich Valencia zu einem der wichtigsten Handelszentren Spaniens. In der gleichnamigen Stadt befindet sich noch heute eines der schönsten Gebäude aus der damaligen Zeit, die Seidenbörse. Diese stellte zur damaligen Zeit einen der wichtigsten Umschlagplätze im Mittelmeerraum dar. Im Jahre 1479 vereinte sich die Krone Aragon mit Kastilien und so wurde das Königreich Valencia ein Teil Spaniens. Doch die einst so blühende Wirtschaft wurde durch das Alhambra Edikt, den Aufstieg des Osmanischen Reiches, plündernden Piraten, die im Mittelmeer ihr Unwesen trieben, sowie Wirtschaftskrisen stark geschwächt. Auch die Spanische Inquisition trug ihren Teil zum Untergang der Wirtschaft mit bei.

Mit dem Ende der blutigen Schlachten des spanischen Erbfolgekrieges, löste man im Jahre 1707 das Königreich Valencia auf. Die Region wurde damals den neuen monarchistischen Strukturen untergeordnet. Wie alle spanischen Regionen litt auch die Region Valencia in der Zeit der Franco Diktatur massiv unter der Herrschaft Francos. Erst mit dem Tode Francos und dem damit verbundenen Ende der Diktatur, kehrte Normalität in die Region zurück und Valencia erhielt wieder seine Unabhängigkeit. Am 10. Juli 1982 wurde offiziell die Autonome Region Valencia ausgerufen, die bis heute Bestand hat.

 

Wirtschaft

Die autonome Region Valencia galt lange Zeit als eine der wirtschaftsstärksten Regionen Spaniens. So wurde noch im Jahr 2007 ein Bruttoinlandsprodukt von 102,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies entspricht pro Kopf einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 23.650 Euro. Das sind rund 95 Prozent des EU Durchschnitts. Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Region sind die Landwirtschaft und der Tourismus. Im Zuge der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise brach die Wirtschaft in der Region allerdings stark ein. So war Valencia eine der ersten Regionen Spaniens, die Hilfsgelder aus dem Rettungsfonds beantragen mußte. Auch die Arbeitslosenquote stieg deutlich an und lag im Jahr 2009 bereits bei über 22 Prozent. Heute liegt der Wirtschaftsschwerpunkt vor allem im Bereich der Tourismusindustrie. Da die Region ein sehr beliebtes Urlaubsziel geworden ist, erlebt der Tourismusbereich und die damit verbundenen Wirtschaftszweige einen stetigen Zuwachs.

 

Gastronomie

Wie in weiten Teilen Spaniens, findet sich auch hier vorwiegend die sogenannte mediterrane Küche. Neben frischem Gemüse aus der Region bilden Fleisch und Fisch oft die Grundlage der Gerichte. Allerdings hat die Region Valencia auch eine kleine Besonderheit. Es lassen sich hier viele Reisgerichte und Desserts finden. So stammt die mittlerweile weltbekannte "Paella", eine Reispfanne mit frischem Gemüse, Geflügel und Meeresfrüchten, ursprünglich aus dieser Region.

Auch sind die Weine der Region sehr bekannt und ergänzen oftmals wunderbar die traditionellen Gerichte des Mittelmeeres. In der Region gibt es über 87 Weingüter, die sogenannten Bodegas, die auf einer Anbaufläche von über 15.000 Hektar reichlich gute Weine hervor bringen. Jährlich produziert die Region mehr als 75 Millionen Liter Wein, unter anderem bekannte Sorten wie Granacha, Tempranillo, Merseguera, Plantafina oder Cabernet Sauvignon. Aber auch Merlot, Pinot Noir, Plantanova, Ximénez, Sauvignon Blanc oder Chardonnay.

   
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