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Murcia

 

Geographie

Die autonome Region Murcia liegt im Südosten Spaniens und umfaßt eine Gesamtfläche von etwa 11.313 Quadratkilometern. Im Südosten grenzt sie an die Mittelmeerküste und im Nordosten an die Region Valencia. Nordwestlich grenzt sie an die Region Kastilien-La Mancha und Südwestlich an die Region Andalusien. Die Hauptstadt der Region ist die gleichnamige Stadt Murcia. Der höchste Berg der Region, der Revolcadores, befindet sich im Nordwesten und kommt auf eine Höhe von ca 2015 m. Im Südosten, nördlich des Cabo de Palos, findet man die bekannte Salzwasserlagune Mar Menor, die gleichzeitig Europas größtes salzhaltiges Binnengewässer ist. Die Region wird außerdem vom Andalusischen Faltengebirge, auch bekannt als Betische Kordillere, durchzogen. Dieses Gebirge entstand wohl etwa zur selben Zeit wie die Alpen.

 

Klima

Mit etwa 300 Sonnentagen pro Jahr zählt die Region Murcia zu den trockensten Gebieten innerhalb Europas. So klettern die Temperaturen im Sommer nicht selten über die 40 Grad Celsius Marke und verstärken die eh schon hohe Wasserknappheit der Region zusätzlich. Die Niederschlagsmenge fällt mit etwa 300 bis 350 mm pro Jahr sehr gering aus und zeigt sich oftmals nur im Frühling und Herbst. In den Sommermonaten hingegen regnet es spürbar weniger. Die Wintermonate sind eher mild und es kommt nur sehr selten vor, daß die Temperaturen in den einstelligen Bereich unter Null fallen.

Erwähnen sollte man aber auch, daß die Temperaturen und Niederschlagsmengen nicht überall gleich sind. So ist das Wetter an der Küste meist anders als im Inneren des Landes. Vor allem in den Wintermonaten zeigt sich der klimatische Unterschied deutlich. So fallen die Temperaturen an der Küste nie unter 10 Grad Celsius, aber landeinwärts steigen sie selten über 6 Grad Celsius. Auch sind die Niederschlagsmengen im Landesinneren der Region deutlich höher. Hier fallen im Jahr durchschnittlich etwa 600 mm. Außerdem stellt die Mittelmeer-Südküste eine weitere klimatische Besonderheit dar. Bedingt durch die vielen kleinen Buchten entlang der Küste, lassen sich hier unterschiedliche kleine Mikro-Klimazonen finden, die sich auch in der Vegetation wiederspiegeln.

 

Bevölkerung

Die autonome Region Murcia hat eine Gesamtbevölkerungszahl von etwa 1.462.500 (Stand: 2011) Einwohnern. Die Bevölkerungsdichte liegt bei zirka 129 Einwohner pro Quadratkilometer. In der gleichnamigen Hauptstadt Murcia selber leben etwa 440.000 (Stand: 2011) Einwohner. Die Bewohner der Region sprechen neben Spanisch noch einen eigenen Dialekt, der als Murciano oder auch als Panocho bekannt ist. Dieser Dialekt unterscheidet sich deutlich vom eigentlichen Castellano und enthält viele Einflüsse aus dem Arabischen und dem Katalanischen. Auch wenn dieser Dialekt unter der Bevölkerung sehr verbreitet ist, gilt jedoch nur Spanisch als anerkannte Amtssprache.

 

Geschichte

Die ältesten Funde menschlicher Besiedlungen in der heutigen Region Murcia lassen sich auf die Zeit von vor 1,5 Millionen Jahren zurückdatieren. Somit gab es bereits während der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit Menschen in dieser Region. Eine nicht unbedeutende Rolle in der Geschichte der Region spielt die Stadt Cartagena - sie ist kennzeichnend für die historische Entwicklung der gesamten Region Murcia. Auch wenn der Ursprung der Besiedlung dieser Region viel weiter in der Vergangenheit zurück liegt, so war es doch erst im Jahre 227 v. Chr., als sich die Karthager hier ansiedelten. Gründer war der karthagische Feldherr Hasdrubal, der eine große Rolle bei der Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Karthager spielte. Er nannte die Stadt Quart-hadsat. Zur Zeit der römischen Epoche war die Stadt auch unter dem Namen Carthago Nova bekannt und zählte zu den wichtigsten Städten Spaniens.

Etwa im Jahre 825 erschienen die Mauren in der Region. So gründete der Emir von Al-Andalus, Abd ar Rahmann der Zweite, die Stadt Madinat Mursiya, die heute den Namen Murcia trägt. Um 1031 herum wurde die Taifa von Murcia, eines der Königreiche, das aus dem Kalifat von Cordoba entstand, gegründet. Erst im Jahre 1243, unter der Führung von König Ferdinand dem Dritten, konnten die Mauren vertrieben werden. In der Folgezeit herrschte sein Sohn Alfonso der Weise über die Hauptstadt. Die Taifa von Murcia wurde in Königreich Murcia umbenannt und behielt diesen Namen bis 1833. Unter der Herrschaft Königin Isabella der Zweiten wurde das Land in 49 Provinzen unterteilt, und das Königreich Murcia in die heutigen Provinzen Albacete und Murcia gegliedert.

Noch heute spürt man die Gegenwart der Geschichte in der Region Murcia, deren verschiedene Kulturen im Laufe der Jahrhunderte die Region formten und ihre bis heute erkennbaren Spuren hinterließen. Dabei steht die Zeit des Barocks für eine Epoche des Wohlstandes und der Blütezeit und trug zur Entwicklung des bekannten Barocks von Murcia einen großen Teil bei. So kann man heute noch die meisterlichen Bauwerke, wie die Kathedrale von Murcia oder das Kloster San Jerónimo, in La Ñora bestaunen. Auch die bekannten Werke des Bildhauers Salzillo lassen sich im gleichnamigen Museum bewundern.

Wie alle spanischen Regionen hatte auch die heutige Region Murcia unter der Franco Diktatur zu leiden. So gab es auch in der Region Murcia verschiedene Lager des Wiederstandes, die aber nur wenig Beachtung fanden. Erst nach Francos Tod im Jahre 1975 verbesserte sich die politische und damit verbundene persönliche Lage der Bewohner. Am 9. Juni 1982 wurde für die Region offiziell die Autonomie festgelegt und hat bis heute Bestand.

 

Wirtschaft

In den vergangenen Jahrhunderten war die Region Murcia eine wichtige landwirtschaftliche Region. Und noch heute ist die Region zum Großteil landwirtschaftlich geprägt. Die Region Marcia gilt heute als größter Produzent von Obst und Gemüse, sowie Blumen innerhalb Europas. In der Gegend um Calasparra wird ausgezeichneter Reis angebaut und nahe den Städten Bullas, Jumilla und Yecla findet man größere Weinanbaugebiete.

Auch wenn die Landwirtschaft einen Großteil der Wirtschaft ausmacht, so sind doch die Bereiche Bau und Tourismus der derzeit wichtigste Wirtschaftsmotor der Region. Trotz der Wasserknappheit, die in der Region ein immer größer werdendes Problem darstellt, setzt man im Bereich des Tourismus auf Anlagen (wie Golfplätze), die einen hohen Wasserverbrauch haben. Daß dies ökologisch bedenklich ist, scheint man dabei gerne zu verdrängen. Neben der Landwirtschaft, dem Tourismus und der Baubranche, findet man auch noch Vertreter der Schiffbau-, Möbelbau- und Konservenindustrie in der Region.

 

Gastronomie

Die traditionelle Küche der Region Murcia ist nicht nur in Spanien bekannt. So hört man oft die Äußerung, daß die Wiege der spanischen Kochkunst in der Region Murcia liege. Durch die Vielzahl der verschiedenen Völker, die über die Jahrhunderte in der Region beheimatet waren, hat sich in der Küche eine sehr vielseitige und einzigartige Kochkunst entwickelt. Mit arabischen, griechischen, römischen und spanischen Einflüssen kommt die Küche Murcias daher. Die stets frischen Zutaten der Region, wie sonnengereiftes Gemüse, frischer Fisch und Meeresfrüchte, machen sie nicht nur gesund und bekömmlich, sondern bieten auch dem Gaumen eine wahre Freude.

Wie auch im Rest Spaniens sehr beliebt und verbreitet, findet man hier oft Eintopfgerichte mit frischem Gemüse und Fleisch. Aber auch Reisgerichte, wie die sehr bekannten "Calderos", finden oft den Weg auf den Tisch und in den Mund. Sehr beliebt ist aber auch "Zarangollo", ein Eintopf mit frischen Zuccini. Auch für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich die sehr bekannten und beliebten "Morcilla", eine Blutwurst mit Pinienkernen und Zimt. Als Nachtisch gibt es oft leckere arabisch angehauchte Süßspeisen, zu denen man gerne einen der guten einheimischen Weine aus der Region genießt.

   
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