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La Rioja

 

Geographie

Die Autonome Region La Rioja, ist eines der bekanntesten Weinanbaugebiete im Norden Spaniens und erstreckt sich über eine Größe von ca 5.050 Quadratkilometer. Sie ist somit eine der kleinsten spanischen Autonomen Regionen. Im Norden grenzt La Rioja an die autonome Region Baskenland. Im Nordosten sowie Osten an Arragon und im Süden wie auch im Westen an Kastilien-León. Im Norden von La Rioja liegt das fruchtbare Ebrobecken, wo man in einer Höhe von 400 bis 650 Meter viele fruchtbare Weinanbaugebiete findet.

Der höchste Gipfel in dieser Region ist der San Lorenzo, der mit einer Höhe von über 2.270 Meter Teil des iberischen Gebirges Sierra de la Demanda ist. In diesem Bereich ist die Landschaft La Rioja von hohen Gebirgszügen geprägt, auf die mehrere Flußtäler zulaufen. Der wohl bekannteste Fluß dieser Region, der Oja, ist gleichzeitig auch der Namensgeber dieser Region. Vermutlich ist der Name Rioja eine Zusammensetzung aus den Worten Rio Oja, was nichts weiter als Fluss Oja bzw. Oja Fluss bedeutet.

 

Klima

Die Sommer in La Rioja sind angenehm warm und werden nur an wenigen Tagen richtig heiß. Der Niederschlag fällt nur mäßig und mit dem flacher werdenden Gelände von West nach Ost verändert sich auch das Klima. So beträgt der Niederschlag in Haro etwa 500 mm im Jahr, was deutlich höher ist als in der Rioja Baja, wo der Jahresniederschlag bei etwa 290 mm pro Jahr liegt. Der klimatische Unterschied zeigt sich auch in der Dauer des jährlichen Sonnenscheins. Dieser liegt mit ca 3.000 Stunden in der Rioja Baja deutlich höher als in Haro, wo man mit 2.000 Sonnenstunden pro Jahr rechnen kann. Die Jahresdurchschnittstemperatur der gesamten Region liegt bei etwa 13 Grad Celsius.

Die Winter sind in La Rioja durchschnittlich kalt und eher trocken. Große Temperaturstürze gibt es sehr selten, was die Region auch im Winter zu einem recht beliebten Urlaubsziel macht. In den höheren Lagen findet sich im Winter reichlich Schnee, der auch für Wintersportler reizvoll sein kann. So ist Ezcaray ein recht beliebtes Skigebiet, das neben weißen Pisten auch eine wunderschöne Landschaft bietet.

 

Bevölkerung

Die Bevölkerung von La Rioja hat eine Einwohnerzahl von etwa 321.180 (Stand: 2011), die sich mit einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 64 Einwohner pro km² in der gesamten Region verteilt. Die meisten Bewohner finden sich in den Städten wieder, wie der Hauptstadt Logroño, in der über 145.000 Menschen leben. In Städten wie Calahorra oder Arnedo leben deutlich weniger Menschen, 14.000-23.000 etwa, was aber auf Grund der geringen Gesamtgröße der Region La Rioja nicht verwunderlich ist. In den ländlichen Gebirgsregionen leben vergleichsweise wenig Menschen.

 

Geschichte

In den Zeiten des Römischen Reiches war die Region La Rioja im Norden wie im Westen von den Vaskonen besiedelt. Im Osten und Süden hatten sich zur damaligen Zeit keltische Stämme niedergelassen. Wärend der Zeit des Westgotischen Reiches zählte der größte Teil La Rioja's zum Herzogtum Kantabrien, das im 8. Jahrhundert fiel und maurisches Territorium wurde. Ab dem 10. Jahrhundert fanden zwischen Navarra und Kastilien Kämpfe um die Vorherrschaft der Region statt. Um 1177 herum wurde durch ein Abkommen zwischen Navarra und Kastilien der Großteil der Region an Kastilien abgetreten.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts teilte sich die Region in die kastillischen Provinzen Burgos und Soria auf. Um 1822 wurde im Zuge der spanischen Verwaltungsreform die Provinz Logroño geschaffen, deren Name nach dem Ende der Franco Diktatur im Jahre 1980 offiziell in La Rioja geändert wurde. Den Status der Autonomen Gemeinschaft erhielt die Region am 9. Juni 1982.

 

Wirtschaft

Da die Region La Rioja als eines der besten und bekanntesten Weinanbaugebiete Spaniens gilt, liegt der Großteil der Wirtschaft in der Weinanbauindustrie. Das Weinanbaugebiet Rioja ist eines der bedeutendsten in Europa und hat eine Weinanbaufläche von über 60.000 Hektar. Über 20.000 Winzer produzieren hier zu über 80% Rotwein. Aber auch Weißweine, Roséweine, sowie Rotlingweine finden hier ihren Platz. Den Großteil der Anbaufläche macht die rote Rebsorte Tempranillo aus, die auch in anderen Regionen Spaniens angebaut wird.

Neben der Weinproduktion spielt noch der Tourismus und Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle. Über 50 % der Bevölkerung arbeiten in den Bereichen der Dienstleistungsbranche und der Tourismusindustrie. Nicht unwichtig sind auch die Wirtschaftszweige der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, sowie der Metall- und Textilindustrie. Auch finden sich in den landschaftlich schönen Gebirgsregionen kleinere Bauernhöfe, auf denen Vieh gehalten, sowie Obst und Gemüse angebaut wird.

 

Gastronomie

Die Region La Rioja bietet nicht nur eine Fülle ausgezeichneter Weine. In den Küchen der Region findet man auch viele typische Gerichte aus den Nachbarregionen, die in vielen Fällen noch verfeinert wurden. Wie in vielen Regionen Spaniens findet sich auch in der Rioja-Küche allerlei einheimisches Gemüse wieder. So werden hier unter anderem Artischocken, Salate, Paprikaschoten, Knoblauch und Zwiebeln, sowie die köstlichen Pochas (weiße Bohnen) aufgetischt. Da La Rioja von den Moslems wie auch von den Christen geprägt wurde, finden sich in vielen Gerichten Schweine- und/oder Schaffleisch wieder.

Aber auch Fisch, wie Thunfisch, Kabeljau, Seehecht, Meerbrasse und Makrelen finden den Weg in die Rioja-Küche. Äusserst beliebt und auch über die Grenzen La Rioja hinaus bekannt, ist die süße Blutwurst "Morcilla Dulce" und die "Chorizo", eine aus Schweinefleisch hergestellte Paprikawurst, die meist in den Bergregionen produziert werden. Aber auch luftgetrockneter Schinken oder über Rebholz gebratenes und geschmortes Lamm, gelten hier als Gaumenschmaus.

 

   
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