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Katalonien

 

Geographie

Katalonien liegt im Nordosten der iberischen Halbinsel und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von ca 32.100 km². Es liegt zwischen der Mittelmeerküste und den Pyrenäen. Das katalonische Gebirge erstreckt sich parallel zur Küste und verbindet den Ostteil der Pyrenäen mit dem nordöstlichen Randgebirge der Meseta. Zwischen dem Hauptgebirge und der niedrigen Küstenkette zieht sich das Katalonische Längstal. Das mit Korkeichenwäldern, Olivenbäumen und Weinbergen bedeckte Gebiet ist dicht besiedelt und gilt als das Herz dieser Region.

Der im katalonischen Gebiet gelegene Teil der Pyrenäen ist spärlich besiedelt und nahezu menschenleer. Hier finden sich wilde Gebirgslandschaften und intakte, teilweise unberührte Natur wieder. Der höchste Berg dieser Region ist der bekannte Montserrat, der mit 1241 Metern Höhe viele Touristen und Bergsteiger anlockt. Auch die gleichnamige Klosteranlage Santa Maria de Montserrat, in einer Höhe von ca 720 m, hat eine wichtige symbolische Bedeutung und ist ein Ort für Wallfahrer und Touristen aus ganz Europa geworden.

 

Klima

Die Sommer in Katalonien sind meist warm bis heiß. Vor allem im Bereich der Küste kann es in den Sommermonaten auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit unangenehm schwül werden. Im Bereich der Pyrenäen ist der Sommer recht angenehm. Dort gibt es angenehm warme Tage, in denen es hin und wieder durch den Regen zu einer erfrischenden Abkühlung kommen kann. Generell lässt sich sagen, daß sowohl im Sommer wie im Winter die Temperaturen in den Bergen geringer sind.

Die Winter in Katalonien sind recht mild. So schneit es in den flachen Gebieten nur selten und die Temperaturen fallen am Tage nur selten unter die Null Grad Marke. Scheint die Sonne, so steigen die Temperaturen in einigen Gebieten sogar bis über 15 Grad Celsius. In den Bergen hingegen ist es deutlich kühler. Hier schneit es auch öfter und deutlich mehr. Ab 2.000 Meter Höhe bleibt der Schnee auch liegen, was in den darunter liegenden Gebieten eher selten der Fall ist.

 

Bevölkerung

Katalonien hat etwa 7.520.000 (Stand: 2012) Einwohner, deren Bevölkerungsdichte bei ca 234 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt. Neben Spanisch als Amtssprache gibt es noch Katalanisch und Aranesisch. Auf Grund der sprachlichen, kulturellen und historischen Unterschiede zum restlichen Spanien, sehen viele Katalonier die Region als eine eigene Nation an. Wobei der Begriff Nation in diesem Falle als Kulturnation definiert wird.

 

Geschichte

Die Geschichte Kataloniens lässt sich bis in das Jahr 1000 v. Chr. zurück verfolgen, zu den Zeiten, als die Iberer die Pyrenäenhalbinsel besiedelten. Durch Funde, die in der Höhle von Cova Gran de Santa Linya gefunden wurden, lässt sich belegen, daß bereits die Neandertaler diese Region besiedelten. Im Zuge der Ausbreitung des römischen Reiches übernahmen gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. die Römer die Vorherrschaft und erhoben im Jahre 19 n. Chr. die Gegend zur römischen Provinz Hispania Tarraconensis. Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. breitete sich das Christentum im heutigen Katalonien aus.

In der Zeit der Auflösung des römischen Reiches um 418 herum, erschienen die ersten Westgoten in Katalonien, die sich aber erst später im Jahre 507, nach der Schlacht um Vouillé, auf der iberischen Halbinsel niederliessen. In der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Frankenreich und den Arabern, entstanden Anfang des 9. Jahrhunderts im Norden Kataloniens mehrere Grafschaften. Diese unterstanden zunächst dem westfränkischen und dem französischen König und wurden im Laufe der folgenden Jahrhunderte mehr und mehr selbständiger.

Wilfried der Haarige vereinigte noch vor seinem Tode im Jahre 897 die Grafschaften Barcelona, Girona, Urgell und Cerdanya und gründete die Dynastie der Grafen von Barcelona. Um 1137 entstand durch einen Ehevertrag zwischen dem Grafen von Barcelona und der damals erst einjährigen Erbin der Krone Aragoniens, Petronila, die Staatsgemeinschaft Krone Aragoniens. Durch Eroberungen und weitere Eheschliessungen mit anderen Dynastien wurde diese im Hoch- und Spätmittelalter zur führenden Macht im Mittelmeerraum.

1635-1659, während der Französisch-Spanische Krieg herrschte, versuchte Katalonien seine frühere Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Dies scheiterte jedoch. Im sogenannten Pyrenäenfrieden musste Spanien die nördlichen katalonischen Gebiete der Pyrenäen an Frankreich abtreten. Der Rest Kataloniens blieb allerdings in spanischer Hand. Im Spanischen Erbfolgekrieg zwischen 1700 und 1713 stellte sich Katalonien auf die Seite von Erzherzog Karl. 1714 ergab sich Barcelona Philipp V. und dessen Truppen, worauf in den folgenden Jahren die katalonischen Institutionen aufgelöst wurden und die Selbstverwaltung ein Ende fand. Noch heute wird jährlich am 11. September der katalanische Nationalfeiertag (Diada Nacional de Catalunya) begangen, an dem man der Kapitulation von 1714 gedenkt.

Zur Zeit der Zweiten Republik wurde Katalonien im Jahre 1931 ein provisorischer Status der Autonomie gewährt. Von 1934 bis 1936 war diese ausser Kraft gesetzt und wurde 1939 ganz aufgehoben. In den Jahren 1936 bis 1939, zur Zeit des Bürgerkrieges, war Katalonien Schauplatz der anarchistischen Revolution. Nach dem Todes Francos und dem Ende der damit verbundenen Unterdrückung, erhielt Katalonien am 29. September 1977 erneut den Status der Autonomie.

 

Wirtschaft

Katalonien zählt derzeit als wirtschaftsstärkste Autonome Gemeinschaft Spaniens. Da Katalonien zu den am frühesten und intensivsten industrialisierten Regionen Spaniens zählte, kam es bis weit in das 20. Jahrhundert hinein zu Einwanderungen vieler Spanier aus den ärmeren Regionen. Katalonien gilt als hochindustrielle Region, in der sich vor allem die Zweige der Chemie-, Pharmazeutika-, Automobilbau- und Textilindustrie wiederfinden lassen.

In der Landwirtschaft gilt besonders der Weinanbau als wichtig. Katalonien ist neben Frankreich einer der wichtigsten und bedeutendsten Produzenten und Exporteure von Sekt. Auch der Tourismus ist ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig Kataloniens. An der weltbekannten Costa Brava im Norden der Region und der Costa Daurada im Süden tummeln sich Jahr für Jahr mehr Touristen. Auch Barcelona, das nicht nur einer der wichtigsten Mittelmeerhäfen ist, gilt als beliebtes Ferien- und Reiseziel. Obwohl Katalonien wirtschaftlich sehr stark ist, gilt es mittlerweile als massiv überschuldet. So wurde im Jahr 2012 die Region auf das Rating "Ramschniveau" (Quelle: FAZ) herab gesetzt.

 

Gastronomie

Charakteristisch für die Katalanische Küche ist die Verbindung von Meer und Gebirge. So gibt es unzählige Gerichte, in denen Fisch oder Meeresfrüchte mit Fleisch kombiniert werden. Aber auch die typischen Merkmale der Mittelmeerküche lassen sich hier wieder finden. So wird in vielen Gerichten Gemüse, wie Auberginen, Artischocken, Tomaten, Knoblauch, Paprika und Zucchini verwendet und auch aromatische Kräuter und Olivenöl finden sich oftmal wieder.

Die wohl wichtigste Zutat in Katalonien ist die Zwiebel. Viele Katalonier sind der Meinung, daß die Zwiebel die Königin der katalanischen Küche ist. Aber auch herzhafte Wurstprodukte finden oft den Weg auf den Tisch. Die wohl bekanntesten sind "Fuet" (katalonisch für Peitsche) sowie "Bull", eine Brühwurst. Aber auch die "Ilonganissa" oder "Pernil", ein luftgetrockneter Schinken, sind sehr beliebt. Erwähnen sollte man aber auch, das die Küche der Nachbarn von Katalonien einen nicht geringen Einfluss hat. So wird auch hier die aus der Region Valéncia stammende "Paella" sowie die "Ensaimada" von den Balearen gerne aufgetischt. Aber auch die über Spaniens Grenzen hinaus bekannten "Tapas" sind in Katalonien sehr beliebt.

 

   
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