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Kastilien-La Mancha

 

Geographie

Kastilien-La Mancha gehört zu der historischen Landschaft Kastilien und ist auch unter dem Namen Neukastilien bekannt. Die Region liegt im Zentrum Spaniens und ist mit einer Größe von etwa 79.463 Quadratkilometern eine der größten autonomen Regionen Spaniens. Die Hauptstadt der Region ist Toledo, in der etwa 84.000 (Stand 2011) Menschen leben. Im Osten grenzt die Region an die autonome Gemeinschaft Valencia, im Südosten an Murcia und im Südwesten an Andalusien. Im Westen grenzt die Region an Extremadura an und im Nordwesten an Kastilien-Leon, sowie an die Region Madrid und im Norden wieder an Kastilien-Leon. Im Nordosten grenzt sie an die Region Aragonien an.

Kastilien-La Mancha bildet das spanische Kernland und besteht zum Großteil aus Binnenland, das auch Meseta genannt wird. Die Meseta wird durch das Kastilische Scheidegebirge in Altkastilien im Norden und Neukastilien im Süden geteilt. Die beiden westlich abfallenden Hochflächen sind durchzogen von großen Flüssen, die tiefe Schluchten in die Meseta gegraben haben. Diese Flüsse sind allerdings nicht für die Schifffahrt geeignet. Die wohl bekanntesten Flüsse in dieser Region sind der Guadiana und der Tajo.

Da die Meseta zum größten Teil karg und felsig erscheint, ist sie nur spärlich besiedelt und wird oft als Weideland für Schafherden genutzt. Die Regionen, in denen Landwirtschaft betrieben wird, sind zum Großteil künstlich bewässert, da sonst auf dem Boden nur wenig wachsen würde. Hier wird oftmals Getreide oder Kichererbsen angebaut. Mit dem Bau von Stauseen hielt auch die Aufforstung der Region mit schnell wachsendem Eukalyptus einzug.

 

Klima

In der Region Kastilien-La Mancha herrscht vor allem mediterranes Klima. Jedoch findet man, bedingt durch die Höhenunterschiede besonders im Zentrum der Region, Ansätze eines kontinentalen Klimas. Die Sommer sind in der Ebene heiß und trocken, in den Bergen kühler und vor allem durch häufige Niederschläge geprägt. Die Winter sind recht mild, aber in den höher gelegenen Gebieten fällt oft Schnee. Die Temperaturen schwanken zwischen den Jahreszeiten recht stark. So steigt das Thermometer im Sommer oft über 40 bis 45 Grad Celsius, im Winter fällt es auf +12 bis -10 Grad Celsius. Der Jahresdurchschnitt bei den Niederschlägen liegt bei etwa 375 mm pro Quadratmeter, wobei man hier in den Bergen den großeren Anteil an Niederschlägen hat.

 

Bevölkerung

Die autonome Region Kastilien-La Mancha hat etwa 2.106.335 (Stand: 2011) Einwohner, von denen etwa 84.000 (Stand: 2011) in der Hauptstadt Toledo leben. Die Bevölkerungsdichte der Region liegt bei circa 27 Einwohner pro Quadratkilometer und stellt etwa 4,3 Prozent der gesamten spanischen Bevölkerung dar. Die bekannteste Person aus der Region ist wohl der Schriftsteller Miguel de Cervantes (1547-1616), der mit seiner Romanfigur Don Quijote die Region und ihre Landschaft, auch über die Grenzen Spaniens hinaus berühmt gemacht hat. So kämpft dieser in einer seiner Abenteuer gegen die Arme fuchtelnder Riesen, die in Wirklichkeit aber die für diese Region typischen Windmühlen sind.

 

Geschichte

Die heutige autonome Region Kastilien-La Mancha ist die Nachfolge der historischen Region Neukastilien. Neukastilien wiederum ist die Nachfolge des Königreichs Toledo, das im Jahre 1085, nach der Eroberung der gleichnamigen Hauptstadt Toledo, von König Alfons dem Sechsten gegründet wurde. Vor der Gründung des Königreiches Toledo war die Region in maurischen Händen, die  im 8. Jahrhundert die heutige Region Kastilien-La Mancha eroberten.

Im Jahre 1177 eroberte König Alfons der Achte die Gebiete von Cuenca, deren gleichnamige Stadt heute Weltkulturerbe ist. Um 1605 wurde die erste Ausgabe des Buches Don Quijote de la Mancha von Miguel de Cervantes gedruckt, was einen großen Teil von Kastilien-La Mancha berühmt gemacht hat. Um 1785 wurde die Region im Zuge der Territorialordnung von Floridablanca in die Provinzen Cuenca, Guadalajara, Madrid, La Mancha und Toledo unterteilt. Die Bewohner von Albacete, Almansa, Chinchilla, Hellin und Yeste wurden Teil des Königreichs Murcia.

Wie viele andere spanische Regionen auch, litt die heutige Region Kastilien-La Manche unter der Diktatur des Franco Regimes. Erst nach Francos Tod im Jahre 1975, verbesserte sich die politische und persönliche Lage der Bewohner. Am 16. August 1982 wurde für die Region offiziell die Autonomie festgelegt und hat bis heute Bestand.

 

Wirtschaft

Die Hauptwirtschaftszweige der Region Kastilien-La Mancha sind Dienstleistungen, die bei fast 50 Prozent liegen. Neben der Dienstleistungsbranche hat noch die Industrie mit etwa 15 Prozent, die Landwirtschaft mit etwa 12 Prozent und der Zweig der Energieerzeugung mit Wasser- und Atomkraftwerken einen nicht unwichtigen Anteil an der Wirtschaft. Die Region verfügt auch über ein Weinanbaugebiet mit über 700.000 Hektar, das gleichzeitig das größte Europas ist. Über 300 Weingüter erzeugen Jahr für Jahr über 100 Millionen Liter Wein.

Die Region erwirtschaftet gut die Hälfte der spanischen Gesamtproduktion an Wein und Getreide und etwa ein Drittel der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Neben Wein und Getreide werden aber auch Sonnenblumen, Oliven, Knoblauch, Zwiebeln, Safran, Melonen und Tabak angebaut. Aber auch Käse aus Schafsmilch, wie der bekannte "Queso Machego", sowie Vieh- und Bienenzucht haben einen bedeutenden Anteil in der Landwirtschaft.

Natürlich spielt auch der Tourismus in dieser Region eine große Rolle. So strömen jährlich  über zwei Millionen Urlauber in die Region. Vor allem die Hauptstadt Toledeo, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, zieht mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten viele Besucher an. Aber auch Tierfreunde kommen in der Region, die mit ihrer Artenvielfalt hervorsticht, auf Ihre Kosten. So gibt es neben den zahlreichen Vogelarten auch viele Gewässer in denen sich Barben, Karpfen oder Hechte angeln lassen.

 

Gastronomie

Wie fast überall in Spanien, ist auch die Küche dieser Region sehr bunt und abwechslungsreich. Eine der wohl bekanntesten Köstlichkeiten der Region Kastilien-La Mancha, ist wohl das "Gazpacho Manchego", das aus Huhn, Kaninchen und Tortas de Gazpacho geschaffen wird. Auch darf in der regionalen Küche nicht der für Spanien recht typische Eintopf fehlen. So kommt hier sehr oft die "Sopa Castellana" auf den Tisch, eine Suppe mit Schinken und allerlei frischem Gemüse, oder die ebenso leckere "Sopa de Ajo", eine Specksuppe, auf den Tisch. Da die Region Kastilien-La Mancha ein riesiges Anbaugebiet für Weine besitzt, finden hier natürlich auch neben frischem Olinenöl und Manchego Käse, Rot- und Weißweine eine große Beachtung.

   
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