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Kantabrien

 

Geographie

Kantabrien liegt im Norden Spaniens und erstreckt sich über eine Größe von 5.253 Quadratkilometer. Im Norden liegt das Kantabrische Meer und im Süden Kastilien und León. Im Westen grenzt es an Asturien und im Osten an das Baskenland. Kantabrien ist vergleichweise klein, hügelig bis bergig. In den Picos de Europa befinden sich die Kantabrischen Kordilleren mit Erhebungen von über 2.000 Metern.

Wie fast überall an der Nordküste Spaniens findet man auch in Kantabrien eine ungewöhnlich reizvolle Kombination von Meer und Hochgebirge. An der Küste findet man eine Mischung aus Strandbuchten und Felsklippen. Wenige Kilometer landeinwärts trifft man auf Hügel und Berge. Zwischen Flußtälern und Wäldern befinden sich Almen und Wiesen, auf denen oft Rinder- und Schafherden grasen.

Die schönen Strände, die man von Westen nach Osten findet, eignen sich allemal zu schönen Badeausflügen. Selbst in und um die Hauptstadt Santander herum finden sich gute Badestellen. Auch im Gebiet nordwestlich von Santoña, bei Laredo, kommen Badefreunde auf ihre Kosten.

 

Klima

Das Klima in Kantabrien ist wie in fast allen nördlich gelegenen Küstenregionen eher feucht und mild. Milde Sommer und eher verregnete Winter dominieren hier. Im Landesinneren von Kantabrien herrscht typisches Gebirgsklima. Kühle Winde und reichlich Niederschläge sind auch hier keine Ausnahmen.

Die Temperaturen verhalten sich, wie in fast allen spanischen Küstenregionen, eher mild. Im Sommer klettert das Thermometer, bedingt durch die kühlfeuchten Winde, selten über 30 Grad Celsius. Im Winter hält sich der Schneefall an der Küste in Grenzen. In den Bergregionen Kantabriens sieht das allerdings wieder anders aus. Hier schneit es im Winter häufiger und auch die Temperaturen sinken deutlich tiefer.

 

Bevölkerung

Kantabriens Einwohnerzahl liegt bei ca 592.545 (Stand: 2011), die sich sowohl in den Küstenregionen wie auch in den Gebirgsregionen angesiedelt haben. Die Bevölkerungsdichte liegt bei ca 113 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die höchste Bevölkerungsdichte findet sich in der Hauptstadt Santander und dem Industriezentrum Torrelavega. Da Kantabrien im Vergleich zu den restlichen Autonomien Spaniens eher klein ist, gibt es auch wenige grössere Städte.

 

Geschichte

Der Name Kantabriens stammt aus der Zeit der Antike, in der der Stamm der Kantabrer dieses Gebiet besiedelte und somit der Region ihren Namen gab. Als im 5. Jahrhundert die Westgoten die Iberische Halbinsel eroberten, verdrängten sie die Kantabrer und gründeten ein kantabrisches Herzogtum mit dem Hauptort Amaya. Im 8. Jahrhundert allerdings fiel Iberien mit Ausnahme von Kantabrien und Asturien fast komplett in die Hände der Mauren.

Alfons der Zweite besiegte den maurischen Herrscher Hischam den Ersten und vertrieb somit die Mauren aus Kantabrien. Alfons der Dritte gründete das Königreich Asturien-León. Im 13. Jahrhundert allerdings fiel die Region nach der Eroberung durch Ferdinand den Ersten dem Königreich Kastilien zu.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Norden Spaniens von den Franzosen besetzt. Das Kantabrische Gebirge wurde zu diesem Zeitpunkt zum Ausgangspunkt des Widerstandes gegen die Besatzer. Der Widerstand führte einen erfolgreichen Krieg gegen die französischen Besatzer. 1981 wurde Kantabrien offieziell als Autonomie anerkannt.

 

Wirtschaft

Die größten Industriegebiete Kantabriens finden sich in der Hauptstadt Santander und den umliegenden Ortschaften. In der Bucht von Santandar selbst befinden sich Fabriken der herstellenden Industrie. Das größten Chemiewerk findet man in der Stadt Torrelavega. Dort werden Rohstoffe aus der Region und aus dem benachbartem Asturien veredelt. Auch der Bergbau spielt eine Rolle in Kantabrien. So wird neben Steinkohle auch Zink, Blei und Eisen abgebaut.

Die eher spärlich besiedelten Restgebiete sind durch Landwirtschaft geprägt. Dort liegt der Schwerpunkt der Industrie in der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten. Viehhaltung im Landesinneren und Fischfang an der Küste tragen ihren Teil dazu bei. Wie in allen spanischen Regionen spielt auch der Tourismus eine nicht weniger wichtige Rolle. Da Spanien als Urlaubsland immer beliebter wird, wächst auch hier die Tourismusindustrie weiter.

 

Gastronomie

Durch die üppigen Wiesen in den Bergtälern und das reichhaltige Angebot an Fisch und Meeresfrüchten, ist die kantabrische Küche eine sehr vielseitige. Wie fast alle spanischen Regionen hat auch Kantabrien sein eigenes "Nationalgericht". Hierbei handelt es sich um den "Cocido Montañés", einem deftigen Eintopf aus weißen Bohnen, Kohl, Kartoffeln sowie Speck, Würstchen und Fleischstücken vom Schwein.

Auch sehr beliebt unter den Einheimischen und Touristen ist der leckere Tunfischeintopf "Marmita de Bonito", sowie die in Mehl gewendeten und gebratenen Tintenfischstücken, die man hier "Rabas" nennt. Auch überbackene Sardinen aus dem Meer, Forellen und Lachs aus den Gebirgsflüssen sind sehr beliebt.

Nicht weniger Beachtung sollte man der Käseherstellung schenken. Durch die Spitzenqualität der kantabrischen Milch werden auch vorzügliche Käsesorten hergestellt und verzehrt. Manche sagen, daß Käse in Kantabrien schon fast eine Relegion sei. Der wohl bekannteste Käse ist der "Picón Bejés-Tresviso". Ein Blauschimmelkäse, der aus einer Mischung aus Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch hergestellt wird. Er wird hauptsächlich in der Region um Liébana, am Fuße des Gebirges des Picos de Europa, hergestellt.

 

 

   
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