Wörterbuch  

   

Mitglieder Online  

Keiner
   

Asturien

 

Geographie

Asturien liegt im Norden von Spanien und erstreckt sich über eine Größe von 10.605 km². Dort grenzt es nördlich an das Kantabrische Meer und südlich an Kastilien und León. Östlich liegt Kantabrien und westlich Galicien. Die Küste Asturiens, bestehend aus den schönsten Stränden Spaniens, nennt sich Costa Verde.

Asturien besteht zum Großteil aus Bergland, was an der Küste zu einem wunderbaren Kontrast zwischen Meer und Gebirge führt. Die einzige wirkliche Ausnahme bietet das Becken um Oviedo. Im Grenzgebiet zu Kastilien-León und Kantabrien liegen die Picos de Europa. Ein Gebiet das bereits 1918 als Nationalpark ausgewiesen wurde.

Erwähnenswert ist auch die küstennahe Cordeillera del Sueve, die zwischen Ribadesella und Villaviciosa liegt und Heimat der halbwilden Pferde "Asturcones" ist. Der Naturpark Parque Natural de Somiedo, der weit im Süden an der Grenze zu Kastilien-León liegt, ist ebenfalls von landschaftlicher Schönheit.

 

Klima

Die gesamte Region ist von ozeanischem Klima geprägt, das sich sehr vom eher heißen und trockenen Klima Zentral- und Südspaniens unterscheidet. Das Kantabrische Gebirge wirkt dabei wie eine Klimagrenze zwischen Asturien und dem zentralspanischen Tafelland.

Die Temperaturen sind, wie in fast allen spanischen Küstenregionen, eher mild. Im Sommer steigt das Thermometer, bedingt durch die kühlfeuchten Winde, eher selten über 30 Grad Celsius. Und der Schneefall hält sich im Winter, außer in den Bergen, auch in Grenzen. Es regnet hier auch öfter als im spanischen Hinterland und im Sommer erlebt man oft den El Orbayu, einen feinen Nieselregen.

 

Bevölkerung

Asturiens Einwohnerzahl liegt bei ca 1.075.185 (Stand: 2011), die sich hauptsächlich in den Tälern und an der Küste angesiedelt haben. Die Mittel- und Hochgebirgsregionen sind schwach besiedelt. Die Bevölkerungsdichte liegt bei ca 102 Einwohnern pro Quadratkilometer. Größere Städte gibt es nur wenige. Die wohl am dichtesten besiedelten Städte sind Oviedo, die gleichzeitig die Hauptstadt ist, sowie Gijon und Avilés.

 

Geschichte

Die ursprünglich von den Kelten abstammende Bevölkerung Asturiens war schon immer freiheitsliebend und bot fremden  Eroberern, wie den Römern und den Westgoten, die Stirn. Als um 711 herum die mächtigen maurischen Heere durch ganz Spanien tobten, konnte sich Asturien neben Teilen von Galicien und des Baskenlandes, weitgehend die Unabhängigkeit bewahren.

Ein wichtiges Ereignis war die Schlacht von Covadonga um 722. Unter der Führung des Fürsten Don Pelayo gelang es einem asturischem Heer, maurische Truppen zu besiegen, was als Beginn der christlichen Rückeroberung gilt. Noch im selben Jahre wurde das Königreich Asturien ausgerufen. Um 750 herum vergrößerte König Alfons der Erste seinen Herrschaftsbereich um Galicien, Kantabrien und Teilen Altkastiliens. Unter König Alfons dem Dritten (866-910) löste Leòn Oviedo als Hauptstadt ab, und das Königreich hieß nun Asturien-León.

Im 11. und 12. Jahrhundert ging Asturien-León mehrmals und oft unfreiwillig eine Union mit der Krone Kastiliens ein. Diese übernahm um 1230 dann endgültig die Oberhoheit. Noch heute ist Asturien eine Art Fürstentum und darf sich deshalb auch noch offiziell Principado de Asturias nennen.

In den Zeiten der Zweiten Republik kam es auf Grund eines Generalstreikes, der von den Gewerkschaften 1934 ausgerufen wurde, zu Kämpfen zwischen den Sozialisten und Francos Truppen. Diese richteten wahre Blutbäder an, die über 3000 Tote und 7000 Verletzte forderten. Nach dem spanischen Bürgerkrieg (1936-1939), der in Asturien viele Opfer forderte, wurde die teilweise unzugängliche Bergregion zum Zufluchtsort für antifrankistischer Guerillakämpfer.
Seit dem 11 Januar 1982 ist Asturien offiziell als Autonomie anerkannt.

 

Wirtschaft

Asturien war aufgrund des Bergbaus und der Schwerindustrie eine Industrieregion. Da diese Branchen aber seit den 1970er Jahren zurück gehen, findet in Asturien ein Strukturwandel statt. Asturien liegt, was die Wirtschaftswachstumsrate angeht, hinter den anderen spanischen Gebieten zurück.

Eine große Rolle spielt allerdings die Landwirtschaft. Auf Grund der mäßigen Temperaturen und des feuchten Klimas können hier Produkte angebaut werden, die man in anderen Teilen Spaniens nur mit deutlich mehr Aufwand anbauen könnte. Ausserdem gilt Alsturien als Milchkammer Spaniens, da hier die meisten Milchkühe gehalten werden.

 

Gastronomie

In der asturischen Küche spiegelt sich die Nähe der Berge und der Küste wieder. Das wohl bekannteste Gericht ist berühmte "Fabada Asturiana", die aus dem Hinterland stammt. Dabei handelt es sich um einen deftigen Eintopf mit dicken weißen Bohnen, Würsten und Schweinefleisch.

Aus den Bergregionen stammen die nicht weniger bekannten Käsesorten. Wie der "Queso de Cabrales", ein herkunftsgeschützer Blauschimmelkäse. Dieser stammt aus dem Gebiet von Arenas de Cabrales in den Picos de Europa. Dieser aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch hergestellte Käse wird auch oft zum Kochen verwendet.

Die Küste im Norden Asturiens liefert jede Menge an Fisch und Meeresfrüchten. Die Fülle der Fisch- und Meerestierarten findet sich auch im "Caldereta Asturiana", einem mit viel frischem Gemüse und Kräutern vermengten Meereseintopf wieder. Die Verbindung zwischen Meer und Gebirge findet man letztendlich auch in den "Fabes con Almejas" wieder. Ein Gericht, in dem weiße Bohnen mit Venusmuscheln zusammen treffen.

 

   
© Lebensquell Licht e.V. - Projekt deutsche-in-spanien.net