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Aragón

 

Geographie

Die Region Aragón oder auch Aragonien genannt, erstreckt sich über eine Gesamtgröße von ca 47.700 Quadratkilometer und ist damit eine der größeren Regionen Spaniens. Im Norden Aragoniens liegen die Pyrenäen, die gleichzeitig die Grenze zu Frankreich darstellen. Im Osten liegt Katalonien und im Südosten, sowie im Süden findet man die Gemeinschaft Valencia. Ebenfalls im Süden, sowie Südwesten grenzt Aragonien an Kastilien-La Mancha. Im Westen selbst liegt Kastilien-León und Navarra.

Aragonien teilt sich in drei verschiedene Landschaftsräume. Die im Norden liegenden Pyrenäen prägen einen Teil davon und bilden gleichzeitig die gesamte Nordgrenze der autonomen Gemeinschaft. Durch die im Zentrum liegende Ebene Aragoniens fließt der Mittellauf des Ebro, einer der bekanntesten und größten Flüsse Spaniens. Im Süden findet sich dann das Iberische Randgebirge. Da der Boden Aragoniens durch den hohen Gehalt an Gips und Salz zum Großteil als unfruchtbar gilt, wird besonders in den Flußbereichen des Ebro und des Segre Landwirtschaft betrieben.

 

Klima

Die Unterschiede in den geographischen Gegebenheiten spiegeln sich auch im Klima Aragoniens wieder. So sind die Sommer im Ebro-Becken eher trocken und heiß, die Winter kalt und der Niederschlag hält sich in Grenzen. Im Pyrenäengebirge, im Norden Aragoniens, herrscht je nach Höhenlage ein mediterranes bis alpines Klima. Dies findet sich auch in den südlich gelegenen Gebirgszügen des Iberischen Randgebirges wieder.

 

Bevölkerung

Mit nur ca 1.344.500 (Stand: 2011) Einwohnern zählt Aragonien zu einer der am dünnsten besiedelten Regionen Spaniens. Die Hauptstadt Saragossa, in der gut die Hälfte aller Einwohner der Region leben, ist gleichzeitig auch die einzige wirkliche Großstadt. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 28 Einwohnern pro Quadratkilometer. Amtssprachen der Region sind Spanisch, Aragonesisch und Katalanisch. Die Bewohner der Region gelten, wie fast alle Spanier, als sehr gastfreundlich und lebensfroh.

 

Geschichte

Die Region war seit dem Jahre 201 v. Chr. ein Teil der römischen Provinz Tarraconensis und wurde im Jahre 415 westgotisch. Nach einer Zeit unter maurischer Herrschaft wurden um 812 herum Teile des Gebietes unter fränkische Herrschaft gestellt. Um die Jahre 820-844 befreite sich die damalige Grafschaft Aragón, unter der Führung von García Galíndez dem Bösen, von der fränkischen Vormundschaft. Zur damailgen Zeit umfasste die Grafschaft Aragón die Täler von Aìsa, Araguàs, Ansò, Acumuer, Borau, Canfranc und Hecho.

Im Jahre 1035, mit dem Tod Sanchos des Dritten, wurde Aragonien zu einem selbständigen Königreich, das damals unter der Führung Ramiro des Ersten von Aragonien stand. Dieser vergrößerte sein Herrschaftsgebiet, das zuvor auf Jacetania begrenzt war, um Ribagorza und Sobrarbe und durch Kämpfe gegen die Mauren. Auch seine Nachfolger setzten die Kämpfe gegen die maurischen Truppen erfolgreich fort. Im Jahre 1118 eroberte Alfons der Erste Saragossa und ernannte es zur Hauptstadt Aragoniens.

Im Jahre 1162 übernahm Graf Alfons der Erste die Herrschaft in Katalonien. Nach dem Rücktritt seiner Mutter Petronella im Jahre 1164 bekam er auch die Königskrone von Aragonien, die so mit Katalonien vereint blieb. Die dadurch entstandene Staatsgemeinschaft wurde als Krone Aragon bekannt. Sie umfasste auch Katalonien und breitete sich später bis in große Teile des Mittelmeerraumes aus. Die Krone Aragon wurde zu einem der wichtigsten christlichen Reiche in Spanien.

1282 erwarb Peter der Dritte Sizilien, was dazu führte, daß sich ein Krieg mit Frankreich entwickelte. Die hierdurch entstandenen Kosten versuchte er mit der Einführung sehr hoher Steuern auszugleichen. Dies aber führte dazu, daß 1283 die Stände von Aragonien zusammen traten, um ihre alte Freiheit zu verteidigen. Sie entzogen dem König die Generalprivilegien von Saragossa und später schränkten sie die königliche Gewalt generell deutlich ein.

Um 1285 folgte Peters ältester Sohn Alfons der Dritte auf den Thron. Auch er geriet in kriegerische Auseinandersetzungen mit Frankreich und Kastilien. Nach seinem Tod im Jahre 1291 folgte sein Bruder Jakob der Zweite. Dieser regierte bis 1327 und schaffte es im Jahre 1319, die Unteilbarkeit des spanischen Reiches festzusetzen. Ab dem Jahre 1410 begannen heftige Streitigkeiten um die Thronfolge. Diese wurden im Kompromiss von Caspe durch gemischte Schiedsrichter beseitigt. So regierte von 1412 bsi 1416 Ferdinand der Erste. Dieser trug zur Beseitigung des großen kirchlichen Schismas bei.

1416 folgte Alfons der Fünfte auf den Thron, der allerdings in seiner Regierungszeit bis 1458 die Staatsgeschäfte seiner Frau Maria von Kastilien und seinem Bruder Johann überließ. Er selber führte statt dessen Kriege und vereinigte Neapel und Sizilien mit Aragonien. Um 1458 bestieg Johann der Zweite den Thron, der durch seine Ehe mit Blanca auch König von Navarra war. Seine Herrschaft, die bis 1479 ging, galt als hart und willkürlich. Ihm folgte sein Sohn Ferdinand der Zweite, der seit 1469 mt Isabella, Thronerbin von Kastilien, verheiratet war. Dadurch wurden beide Kronen erstmals in Personalunion vereint.

In der Zeit von 1485 bis 1699 wurde Aragòn im Namen der spanischen Krone von eigenen Vizekönigen regiert. Erst im spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) verlor es durch die Parteinahme für die österreichischen Habsburger seine alten, eigenständigen inneren Institutionen und Freiheiten.

Im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Carlistenkriege, bewiesen die Aragonier denselben Mut, den ihre Hauptstadt Saragossa bei der Belagerung durch Napoleon um 1808-1809 bewiesen hatte. Während Oberaragonien zur Königin Maria Christina von Sizilien hielt, entschied sich Unteraragonien, dem Prätendenten Don Carlos zu folgen.

Zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges war vor allem das südliche Aragonien Schauplatz blutiger Kämpfe. Die wohl bekanntesten Schlachten aus der damaligen Zeit sind die von Belchite und von Terul. Am 10. August 1982 wurde Aragón zur Autonomie erklärt.

 

Wirtschaft

Aragonien hat keinen wirtschaftlichen Schwerpunkt wie andere spanische Regionen. Ein Teil der Wirtschaft befasst sich mit dem Tourismus, denn obwohl Aragonien nicht der Top Favorit unter den Touristen ist, hat es doch einiges zu bieten. Landwirtschaft spielt aufgrund des eher unfruchtbaren Bodens vieler Orts eine kleinere Rolle. Anbaugebiete von Obst und Gemüse findet man oftmals nur in der Nähe der Flüsse. Im Jahre 2012 lag das Bruttoinlandsprodukt bei etwa 33,5 Milliarden Euro, was etwa 25,5 Euro pro Einwohner entspricht. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2013 bei etwa 22 % (Stand: Juni 2013), was unter dem spanischen Durchschnitt liegt.

 

Gastronomie

Der Einfluss der zahlreichen Völker, die im Laufe der Jahrhunderte Aragonien besiedelten, spiegelt sich auch heute noch in der regionalen Küche wieder. Traditionell werden hier, wie in vielen anderen Teilen Spaniens auch, Eintöpfe zubereitet. So finden sich in diesen Eintöpfen Erzeugnisse und Produkte aus der Region wieder. Angefangen von der Gemüseartischocke bis hin zu Bohnen, Zwiebeln und Olivenöl. Den Aragoniern war es schon immer wichtig, mit frischen Zutaten zu kochen, die sich auch an der Jahreszeit orientieren.

Wie in allen Regionen Spaniens hat auch Aragonien eine Fülle von Weinen. Aragonische Weine gelten allerdings als schwer und werden oftmals auch zum schmoren und für Saucen verwendet. Was die Aragonier allerdings nicht davon abhält, diese Weine auch zu trinken. So wird zum feinen Schinken aus der Provinz Teruel gerne ein kräftiger Rotwein gereicht. Recht bekannt ist auch der sogenannte "Vino quemado", ein mit Früchten flambierter Glühwein.

   
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