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Jeder fünfte Polizeischüler positiv auf Drogen getestet
Montag, 18. August 2008

Bei einer Stichprobenuntersuchung von Polizeischülern in Ávila staunten die Verantwortlichen der Policía Nacional nicht schlecht. Bei den 500 ausgewählten Probanden war bei 20 Prozent das Ergebnis der untersuchten Urin- und Haarproben positiv.  Bedeutet: Jeder fünfte Polizeischüler hat illegale Drogen konsumiert. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Diese erhebliche Zunahme wird im Wesentlichen darauf zurückgeführt, dass inzwischen erheblich mehr junge Leute zu Polizisten ausgebildet werden als früher.  Das hat wohl zu einem beachtlichen Absinken der Qualität der Bewerber und infolgedessen der Auszubildenden geführt.

Das geltenden Polizeigesetz sind bei den genannten Vergehen keine automatische Entfernung der erwischten Polizeischüler aus dem Dienst vor.

Q<uelle: El Mundo

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Jeder fünfte Polizeischüler positiv auf Drogen getestet

 
ETA bombt in Andalusien
Montag, 18. August 2008

Gestern Mittag sind in Málaga zwei Sprengsätze explodiert, ein weiterer konnte entschärft werden. Gegen 10 Uhr hatte sich bei der Feuerwehr ein Mann gemeldet, der vorgab im Namen von ETA zu sprechen. Er beschrieb die Lage der Sprengsätze und gab an, dass diese zwischen 11 und 15 Uhr explodieren würden. Die Polizei räumte daher die fraglichen Orte, unter anderem einen Strand mit Großhotel und eine vielbefahrene Autobahn. Personen wurden nicht verletzt. Es kam zu geringen Sachschäden. Allerdings lösten die Polizeimaßnahmen in der im August mit Touristen überfüllten Stadt ein Verkehrschaos aus.

Quelle: ABC

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ETA bombt in Andalusien

 
Wer sind die erfolgreichsten, zeitgenössischen, spanischen Maler?
Sonntag, 17. August 2008

Mit Erfolg und Ruhm ist es ja in der Bildenden Kunst so eine Sache. Zu verschieden sind die Geschmäcker, zu wenig objektivierbar sind die Kriterien, um die Qualität von Malern und Bildhauern zu bestimmen. Einer liefert allerdings handfeste Zahlen: Der Kunstmarkt! Der manifestiert sich zumeist in Auktionen und deshalb ist ein Bericht recht aufschlussreich, den das Wirtschaftsblatt Cinco Días veröffentlicht hat mit der etwas reißerischen Schlagzeile Los artistas españoles más caros.

Darin berufen sich die Autoren auf eine im Juli bei Christie’s, London, stattgefundene Auktion, bei denen große Werke führender, zeitgenössischer spanischen Künstler  unter den Hammer kamen.  Erzielt wurden teilweise Millionen-Beträge, die einen Einblick über deren gegenwärtigen Marktwert spanischer Künstler geben.

Hier die Top 3 der Werke, die bisher die höchsten Preise erzielten:

  • Antonio López Garcia, Madrid desde Torres Blancas, 1,5 Mio Euro
  • Miquel Barceló, Biblioteca con Poe, 1,2 Mio Euro
  • Antoni Tàpies, Azul LXIX, 1,1 Mio Euro

In dem Artikel werden weitere Namen genannt

  • Manolo Valdés
  • Eduardo Arroyo
  • Eduardo Naranjo
  • José María Sicilia
  • Rafael Canogar
  • Carmen Laffon
  • Lucio Muñoz

Da uns selbst die meisten Personen relativ wenig sagen, jetzt aber neugierig geworden sind, werden wir in den nächsten Wochen den einen oder die andere vorstellen, falls es schönes Material im Netz gibt.

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Wer sind die erfolgreichsten, zeitgenössischen, spanischen Maler?

 
Spanien zwischen Olympialust, Olympiafrust und einer Kandidatur: Madrid 2016
Sonntag, 17. August 2008

Vor den Olympischen Spielen war man in Spanien fast euphorisch. In Peking sollte es nach den Erfolgen des nationalen Teams in Barcelona 1992 endlich wieder einen wahren Goldregen geben. Bis hin zur Ausrufung eines neuen Edad de Oro des spanischen Sports- Goldenen Zeitalters - war alles dabei.

Tatsache ist: die Bewegungskünstler hat in den letzten Jahrzehnten einiges von dem Rückstand aufgeholt, der sich im 20. Jahrhundert regelmäßig auftat. Jetzt zählt man sich zu den Mittelmächten und nach den Erfolgen im Fußball (EM 2008), Radfahren (dreimal Tour de France-Sieger) oder beim Tennis (Rafael Nadal aktuell Nummer Eins) schien sogar noch mehr möglich. 16 Goldmedaillen waren das mindeste, was man holen wollte.

Jetzt sind zwei Drittel der Wettkämpfe vorbei und die Bilanz ist doch eher mager. Zwei Goldmedaillen im Radsport sowie zwei silberne und eine bronzene sind die ganze Ausbeute bisher. Zwar hat man noch einige Eisen im Olympischen Feuer - im Tennis, Segeln und Basketball stehen die Entscheidung noch aus. Aber so wie geplant, wird das wohl nicht mehr werden…

logo-madrid-candidata.gifDabei hat man eigentlich viel mehr vor - nämlich die Spiele selbst noch einmal auszutragen. Stattfinden soll das Ganze 2016 in der Hauptstadt Madrid. Inzwischen ist man ja auch “Offizieller Kandidat”, hat es es also in den letzten drei Jahren schon mal in die Hauptrunde geschafft. In der muss man sich nun gegen Chicago, Rio de Janeiro und Tokio durchsetzen. Hört sich eigentlich ganz gut an, aber da 2012 die Spiele auch in Europa stattfinden werden (London), scheinen die Chancen angesichts des Proporzdenkens im IOC doch nicht sehr groß zu sein. Mehr wird man am 2. Oktober 2009 wissen, dann wird die Entscheidung in Kopenhagen fallen.

Was die Madrider so vorhaben mit ihrer Stadt kann man sich auf jeden Fall im Web ganz gut anschauen: www.madrid16.es bietet ausführliche Infos. Interessant ist, dass die Spiele ganz stark unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit und der Nachhaltigkeit der Maßnahmen stehen sollen. Verschiedene Stadtbrachen, teilweise am Fluss gelegen, sollen reaktiviert werden - dauerhaft.

Im Folgenden ein Übersichtsplan, der rechts das neu zu bauende Olympiazentrum mit dem Stadium und dem Dorf zeigt und links verschiedene Wettkampfstätten entlang des Manzanares.

plano_map-a-1.jpg

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Spanien zwischen Olympialust, Olympiafrust und einer Kandidatur: Madrid 2016

 
Un poco de música | Beatriz Luengo
Samstag, 16. August 2008

Beatriz Luengo hat ein Wunder vollbracht. Bisher hat nämlich die französische Musikwelt spanische oder Latino-Musik geflissentlicht ignoriert. Umso erstaunlicher war es, als es der Sängerin 2006 gelang, von ihrer CD Mi Generación innerhalb von drei Monaten 100.000 Exemplare in Frankreich abzusetzen. Luengo wurde 1982 in Madrid geboren und hat eine professionelle Ausbildung als Sängerin und Tänzerin absolviert.

Aktuell ist sie mit ihrem Song Pretendo Hablarte in den spanischen Charts. Im Folgenden das sehr schöne offizielle Video dazu.

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Un poco de música | Beatriz Luengo

 
So funktionierte die Korruption in Mallorca
Samstag, 16. August 2008

Vor etwa zwei Woche hat die Anti-Korruptionseinheit der Guardía Civil mal wieder auf Mallorca zugeschlagen. Beschuldigt werden inzwischen elf Personen, die unter Führung und Anleitung von Juan Francisco Gosálbez den Staat um insgesamt etwa drei Millionen betrogen haben sollen und in die eigene Tasche gesteckt haben. Inzwischen kommen immer mehr Details des Falles ans Licht der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in einem Artikel in El País. Und auch die Politik hat reagiert. So hat die Partido Popular alle vier, ihrer Partei zugehörenden Beschuldigten ausgeschlossen, denn die ganze Geschichte fand in der Regierungszeit der Konservativen auf Mallorca statt.

Der Haupttäter Gosálbez, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt und bis vor kurzem Mitglied der Nuevas Generaciones war, der Jugendorganisation der PP, hat keine Aussicht auf Kaution freizukommen. Der Untersuchungsrichter hat dies wegen Verdunkelungsgefahr nicht zugelassen. Offensichtlich ist die Beweislage schon jetzt erdrückend. Gosálbez war Chef einer halbstaatlichen Agentur zur Förderung des Jugendtourismus auf der Baleareninsel, des Consorcio de Turismo Joven. In dieser Funktion hatte er offenbar völlig freie Hand. Interne Kontrollen gab es keine.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend. So soll er sich selbst und seine engsten Vertrauten in wesentlich höher Besoldungsgruppen befördert haben, die gar nicht den Stellenbeschreibungen angemessen waren. Des weiteren hat er wohl eine Immobilie gekauft und diese auf Staatskosten herrichten lassen. Damit nicht genug, veranlasste er den Umzug des Sitzes der Einrichtung in Büros in eben diesem Haus. Natürlich nicht zur ortsüblichen Miete sondern zu einer wesentlich höheren. Hatten die Büros zuvor etwa 800 Euro gekostet, erhöhte sich dieser Posten nun auf 4.000 - pro Monat.

Des weiteren verlangte der von Mitarbeitern als allmächtig beschriebene Beschuldigte von Unternehmen, die für das Consocio tätig wurden, Provisionen. So hat ein Unternehmer bereits ausgesagt, dass Gosálbez für einen Auftrag in Höhe von 180.000 Euro ein Drittel für sich haben wollte. Er habe 60.000 Euro gezahlt, bekannte der Mann. Um die Sache am Laufen zu halten, wurden wahrscheinlich auch Aufträge an Handwerker erteilt, die entweder völlig überzogen oder sogar einfach sinnlos waren, wie Gartenarbeiten oder die Erneuerung des Stromnetzes in dem neuen Büro. Die Untersuchungsbehörden wühlen sich zudem aktuell durch hunderte von fragwürdigen Rechnungen für Anschaffungen, Restaurantbesuche und angebliche Dienstreisen.

Der Fall wirft kein gutes Licht auf die Amtsführung der konservativen Inselregierung unter dem Regionalpräsidenten Jaume Matas, der u.a. von 2003 bis 2007 im Amt war.

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So funktionierte die Korruption in Mallorca

 
Vorschlag für Sommerhit: Der Spekulations-Chiki
Freitag, 15. August 2008

In dem folgenden Video kommen drei Dinge auf eine bissig-humorvolle Art zusammen, die ganz typisch für ein paar aktuelle Phänomen in Spanien sind.

1. Der jährliche Sommerhit

Es gehört inzwischen zu einem richtigen spanische Sommer dazu, dass sich irgendein flotter Schlager zum absoluten Sommerhit mausert. Sehr beliebt waren in den letzten Jahren solche Mitklatschsongs, die einen bestimmten Tanzstil erforderten mit teilweise absurden Bewegungen. Problem dieses Jahr: es gibt bisher keinen.

2. Die Chiki-Manie

Wie hier berichtet, hatte im Frühjahr der spanische Beitrag zum Eurovision Song Contest mit Namen Chiki-Chiki eine regelrechte Manie ausgelöst. Unter anderem gab es sehr viel Videos von Amateuren, in denen die sich zu dem nicht ganz ernst gemeinten Song tanzender Weise filmten. Im Grunde war Chiki-Chiki der große Hit des Jahres, aber für den Sommer kam er zu früh…

3. Die Krise des ladrillo

Mit ladrillo (=Ziegelstein) wird ironisch die ganze Baubranche bezeichnet, die als Symbol für das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre sowie der aktuellen Krise steht. Vor allem junge Leuten war es in den letzten Jahren fast unmöglich geworden, auf dem durch Spekulation und immer wieder auftretende Korruptionsfälle extrem unfairen Wohnungsmarkt ein eigenes Heim zu bezahlbaren Kosten zu finden. Jetzt ist die Blase geplatzt, die ersten Firmen gehen pleite und die Presie für die Eigentumswohnungen stürzen ab. Gleichwohl sind die Zinsen auf historischem Hoch.

Jetzt hat die NGO V por Vivienda, die immer wieder mit Demonstrationen und witzigen Aktionen auf die prekläre Lage einer ganzen Generation aufmerksam gemacht hat, ihre Version eines Sommerhits vorgestellt - den Chiki-Especula - Spekulations-Chiki.


Chikiespecula from Vdevivienda Bcn on Vimeo.

Via: Bottup (dort auch der komplette Text des Songs!

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Vorschlag für Sommerhit: Der Spekulations-Chiki

 
Chef der deutschen Handelskammer: Katalanisch lohnt sich nicht
Freitag, 15. August 2008

Peter Moser, Geschäftsführer der deutschen Handelskammer (Cámara de Comercio Alemana para España) in Madrid, hat der konservativen Tageszeitung El Mundo ein Interview gegeben, in dem er deutschen Firmen von dem Gebrauch des Katalanischen abrät.

Zuletzt hatte es einige Turbulenzen im Verhältnis deutscher Firmen in Spanien zur Regierung Kataloniens im Zusammenhang mit deren Sprachpolitik gegeben. Höhepunkt war ein Editorial des Chefs der Flugesellschaft Air Berlin in deren Bordmagazin im Juni. Darin hatte Joachim Hunold sich über die katalanische Sprache mokiert, was wiederum Proteste der Generalitat auslöste, die darauf dringt, dass ausländische Flugesellschaften, die Flughäfen in Katalonien ansteuern, ihre Passagiere auch auf Katalanisch bedienen. Die Mannschaft des FC Barcelona hatte es sogar abgelehnt eine Maschine von Air Berlin zu betreten. Daraufhin ruderte das Unternehmen zurück und gelobte Besserung.

Moser hingegen kann es sehr gut verstehen, wenn deutsche Unternehmen das Katalanische eher weglassen, denn diese würden sich ausschließlich nach ihren Kunden richten und müssten auf die Rentabilität achten.  Er sagte: Las empresas se comunican con sus clientes en los idiomas que entiende la mayoría, como es el castellano en el caso de España.  - Die Unternehmen kommunizieren mit ihren Kunden in den Sprachen, die die Mehrheit versteht, wie es das Kastilische ist im spanischen Fall.

Die Anzahl Einwohner, die nur einsprachig seien und auschließlich Katalanisch sprechen, sei einfach zu gering, dass es sich für die Unternehdmen lohnen würde, in ihrer Kommunikation die katalanische Sprache einzusetzen.

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Chef der deutschen Handelskammer: Katalanisch lohnt sich nicht

 
Finanzverhandlungen zur Finanzierung der autonomen Regionen: Katalanen wollen Extrawurst
Donnerstag, 14. August 2008

Natürlich ist auch in der spanischen Politik im Moment das Sommerloch aufgegangen. Vor allem im August sind alle Akteure erstmal im Urlaub. Ähnlich wie hierzulande werden von den Medien daher gerne Themen zum Dauerbrenner entwickelt, um die geneigten Leser bei Laune zu halten. In diesem Jahr scheint eine Diskussion die Leere zu füllen, die eigentlich schon seit Jahren brodelt, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten.

Es geht um den finanziellen Ausgleich zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden. Also ums Geld. Und da hört bekanntlich die Freundschaft auf. Das ist in  Spanien überhaupt nicht anders.

Die spanische Verfassung schreibt die Gleichheit der Lebensbedingungen auf dem gesamten Gebiet vor: Der Staat soll garantizar un nivel mínimo en la prestación de servicios básicos en todo el territorio español.  - ein minimales Niveau bei der Bereitstellung von Basisdiensten auf dem gesamten spanischen Territorium bereitstellen.

Daraus folgt, was in Deutschland gerne “Länderfinanzausgleich” genannt wird: das reiche Katalomien und das Baskenland müssen zahlen, damit die Bewohner von Andalusien und der Extremadura bei der Versorgung mit Bildung oder im Gesundheitswesen nicht abgehängt werden. Im Moment läuft die Diskussion um die Höhe der Steuern, die die Regionen selbst ausgeben können. Finanzminister Solbes hat vorgeschlagen, dass sich Regionen und Zentralstaat das Aufkommen etwa zur Hälfte teilen. Katalonien aber will mehr und fast 60 Prozent für sich behalten. Das ginge nicht, meint Solbes, weil dann die Finanzierung der Basisdienste in Gefahr geriete.

Jetzt dreht sich die Diskussion um die Frage, was denn die Basisdienste überhaupt sind. Gehört die Justiz auch dazu oder nicht? Denn die Katalanen haben ausgerechnet, dass nur etwa 75 Prozent der Gelder, die verteilt werden, etwa 110 Milliarden Euro, auch tatsächlich in diese Grundversorgung fließen. Der Rest werde zweckentfremdet, so die Generalitat. Und diese Vorgehensweise widerspreche den Regelungen, die das Parlament in Madrid mit der Verabschiedung des neuen katalanischen Regionalstatut erlassen habe.

Problem auch: Die Katalanen möchten gerne ein Extrawurst und einen Sonderpakt mit Madrid abschließen. Die Zapatero-Regierung weigert sich naturgemäß und möchte die Finanzierung der autonomen Regionen in einem Paket absichern, dem alle Regionen zugestimmt haben. Pikanterweise, und das macht die Geschichte langsam für Zapatero so kompliziert, wird Katalonien von einem Parteifreund regiert, dem Sozialisten  José Montilla, der in Barcelona in einer Dreierkoalition mit nationalistischen Kleinparteien paktiert. Montilla vertritt die Interesse der Generalitat immer agressiver und die konservative Opposition reibt sich die Hände.

Das Thema wird die Diskssuion der nächsten Wochen bestimmen und dient auch als Hebel der kleinen Parteien - meist regionale Nationalisten - im Kongress, um die Regierung unter Druck zu setzen. Denn die regiert nur in einer wenn auch knappen Minderheit. Die Stimmen der Regionalisten werden gebraucht, um den Haushalt durchzubringen.

Quelle: El País

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Finanzverhandlungen zur Finanzierung der autonomen Regionen: Katalanen wollen Extrawurst

 
Verhandlungen zur Finanzierung der autonomen Regionen: Katalanen wollen Extrawurst
Donnerstag, 14. August 2008

Natürlich ist auch in der spanischen Politik im Moment das Sommerloch aufgegangen. Vor allem im August sind alle Akteure erstmal im Urlaub. Ähnlich wie hierzulande werden von den Medien daher gerne Themen zum Dauerbrenner entwickelt, um die geneigten Leser bei Laune zu halten. In diesem Jahr scheint eine Diskussion die Leere zu füllen, die eigentlich schon seit Jahren brodelt, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten.

Es geht um den finanziellen Ausgleich zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden. Also ums Geld. Und da hört bekanntlich die Freundschaft auf. Das ist in Spanien überhaupt nicht anders.

Die spanische Verfassung schreibt die Gleichheit der Lebensbedingungen auf dem gesamten Gebiet vor: Der Staat soll garantizar un nivel mínimo en la prestación de servicios básicos en todo el territorio español. - ein minimales Niveau bei der Bereitstellung von Basisdiensten auf dem gesamten spanischen Territorium bereitstellen.

Daraus folgt, was in Deutschland gerne “Länderfinanzausgleich” genannt wird: das reiche Katalomien und das Baskenland müssen zahlen, damit die Bewohner von Andalusien und der Extremadura bei der Versorgung mit Bildung oder im Gesundheitswesen nicht abgehängt werden. Im Moment läuft die Diskussion um die Höhe der Steuern, die die Regionen selbst ausgeben können. Finanzminister Solbes hat vorgeschlagen, dass sich Regionen und Zentralstaat das Aufkommen etwa zur Hälfte teilen. Katalonien aber will mehr und fast 60 Prozent für sich behalten. Das ginge nicht, meint Solbes, weil dann die Finanzierung der Basisdienste in Gefahr geriete.

Jetzt dreht sich die Diskussion um die Frage, was denn die Basisdienste überhaupt sind. Gehört die Justiz auch dazu oder nicht? Denn die Katalanen haben ausgerechnet, dass nur etwa 75 Prozent der Gelder, die verteilt werden, etwa 110 Milliarden Euro, auch tatsächlich in diese Grundversorgung fließen. Der Rest werde zweckentfremdet, so die Generalitat. Und diese Vorgehensweise widerspreche den Regelungen, die das Parlament in Madrid mit der Verabschiedung des neuen katalanischen Regionalstatut erlassen habe.

Problem auch: Die Katalanen möchten gerne ein Extrawurst und einen Sonderpakt mit Madrid abschließen. Die Zapatero-Regierung weigert sich naturgemäß und möchte die Finanzierung der autonomen Regionen in einem Paket absichern, dem alle Regionen zugestimmt haben. Pikanterweise, und das macht die Geschichte langsam für Zapatero so kompliziert, wird Katalonien von einem Parteifreund regiert, dem Sozialisten José Montilla, der in Barcelona in einer Dreierkoalition mit nationalistischen Kleinparteien paktiert. Montilla vertritt die Interesse der Generalitat immer agressiver und die konservative Opposition reibt sich die Hände.

Das Thema wird die Diskssuion der nächsten Wochen bestimmen und dient auch als Hebel der kleinen Parteien - meist regionale Nationalisten - im Kongress, um die Regierung unter Druck zu setzen. Denn die regiert nur in einer wenn auch knappen Minderheit. Die Stimmen der Regionalisten werden gebraucht, um den Haushalt durchzubringen.

Quelle: El País

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Verhandlungen zur Finanzierung der autonomen Regionen: Katalanen wollen Extrawurst

 
Warum ein Urlaub in Spanien einfach Spaß macht
Mittwoch, 13. August 2008

Seit ein paar Tagen sind wir wieder zurück aus dem Urlaub, den wir in der Nähe der Stadt Torrevieja verbracht haben, an der Costa Blanca. Wir haben dort einfach mal drei Wochen lang den Stecker rausgezogen - total offline! Zeit also für eine kleine Nachbetrachtung.

Hace falta la practica …

Also Spanisch können wir ja nun, eigentlich kein Problem. Allerdings leben wir ja nicht dort und da fällt in den ersten Tagen immer etwas das Verstehen der gesprochenen Sprache schwer. Den die Leute reden halt schnell und so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Meint: Da wird einiges vernuschelt, ist dialektal gefärbt und manchmal einfach nur unverständlich. Außerdem will man sich ja auch nicht jedes Mal als Ausländer outen, der das jetzt mal gerade was nicht kapiert. Irgendwann ging es dann besser, wir sind richtig gut reingekommen unter anderem durch eifriges Gucken des nachmittäglichen TV-Angebots, das im übrigen ähnlich trashig ist wie bei uns … Boulevardmagazine, Ratespiele oder auch mal Simpsons. Abends dann natürlich Telediario, die spansche Tagesschau.

Der Ort ist klasse …

Breiter, sauberer, endloser Strand, warmes, klares Wasser, diverse Strandbuden für den kleinen Hunger oder Durst mit fairen Preisen und annehmbarer Qualität - Spanien ist einfach super. Zum Vergleich: Schon mal an der Cote d’Azur gewesen? Da sind die an sich knappen Strände zu 90 Prozent privat. Ganz schlimm! Dass die Franzosen sich das bieten lassen…

Gut, wir sind eh nicht so die Strandhocker, weil auch das Apartment, auf das wir glücklicherweise Zugriff haben, einen Balkon mit Meeresblick hat, über einen Pool verfügt und wir die gnadenlose Sonne fürchten. Kurz zum Strand, ins Meer schmeißen, unterm Schirm an der Strandbar einen tinto de verano süffeln, nochmal baden und wieder weg, das ist so unser Stil.

In La Mata, so der Name des Vororts von Torrevieja, sind im August natürlich tausende von Urlaubern, zumeist Spanier und der Rest aus Nordeuropa. Aber das macht uns nix aus, weil die Bettenburgen fehlen und eigentlich nur Apartmentblocks bewohnt werden. Das hat Konsequenzen auf die Gastronomie und die Einkaufsmöglichkeiten inklusive Wochenmarkt. Alles viel natürlicher, keine Ballermännerei, relaxt, locker, fair, ok.

Kurzum: Wenn man da so am Strand sitzt, frisch aus dem Meer kommt und sich auf eine ruhige Ecke zurückzieht, denkt man: Wow, ist ja wie im Urlaubsreisefilm in die Karibik hier, bilderbuchmäßig.

spanien.jpg

Foto: Blick vom Balkon.

Shopping

Prinzipiell nutzen wir die fast jährlichen Spanien-Aufenthalte immer zu Anschaffungen im Bereich Bekleidung (Textilien und Schuhe). Zum einen gefällt uns der spanische, recht frische und designgeprägte Stil, wie man ihn bei Zara und Co findet, zum anderen haben wir inzwischen unsere bevorzugten Spots in der Umgebung. Elche zum Beispiel ist einfach klasse, weil man in der beschaulichen Altstadt der 3000 Jahre alten Stadt mit den zwei Weltkulturerbestätten eigentlich alles zusammen hat. Auch in diesem Jahr haben wir zugeschlagen, weil auch gerade rebajas de verano (Sommerschlussverkauf) waren - das heißt noch mal alles günstiger. Unser Tipp daher: Wer einen Spanienurlaub plant, sollte sich seine Einkäufe hierzulande sparen, mit halbleerem Koffer losfahren und sich mal in eines der fast überall entstandenen Malls und Einkaufszentren - centro de comercio - stürzen. Lohnt sich! Spezialtipp: Wer mal was ausgefallenes sucht, geht in die Läden der Marke desigual!

elche.jpg

Foto: Platz in Elche

Essen gehen

Natürlich haben wir meistens gekocht, weil wir ja Möglichkeiten hatten und man auf den Märkten wirklich sehr schmackhafte Produkte bekommt, die zu verarbeiten Spaß macht. Aber wir gehen auch gerne essen. Zum einen haben wir da unsere Speziallokale gefunden, die eine einfache, grundehrliche, mediterrane Sommerküche bieten. Zum einen gehen wir in den großen Städten immer gerne Mittags irgendwo rein, die menu del día anbieten - Tagesmenüs. Gibts meistens zwischen 13/14 und 16 Uhr. Da kriegt man für zehn bis fünfzehn Euro pro Nase teilweise hervorragende Sachen. So dieses Jahr in Alicante in einem Lokal in der Altstadt. Vier Gänge fast in Sternequalität, extravagantes Design-Ambiente, Profi-Service und dann dreizehn Euro inklusive Getränke - unglaublich! Generell steigt die Qualität der Gastronomie in Spanien weiter. Folge der Bemühungen, den Sektor durch qualifizierte Ausbildungen weiter zu professionalisieren.

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Foto: Marktstand mit eingelegten Oliven, Zwiebeln, ajo usw.

Wellenreiten

Das Meer an sich ist ja langweilig. Uns machts nur Spaß, wenn es ein paar Wellen hat. So alles zwischen halbem und einem Meter ist super. Kommt öfter vor. Zum richtigen Surfen reicht das zwar nicht, können wir auch nicht, aber wir haben uns in einem Surfshop semiprofessionelle Bodyboards gekauft, auf denen man im Liegen die Wellen rockt. He, das macht echt Laune, sich mit 30 km/h etwa 50 bis 100 Meter an den Strand tragen zu lassen. Unter einem zischt der Wellenschaum, die geballten Naturkräfte entladen sich und tragen dich mit. Dann wieder zurück durch die Brandung kämpfen, da wo die Wellen kurz vom Umschlagen sind, ein bisschen warten, bis die richtige kommt, dann drauf und ab gehts. Nach zwei Stunden ist man fix und fertig ;-)). Vielleicht schreibe ich noch mal eine kleine Existenzphilosophie anhand des Wellenreitens - ist alles dabei, was man Allzumenschliches braucht, um das Leben an isch zu meistern: Wissen, Geduld, Schnelligkeit, Ausgeliefertsein, Herr der Situation bleiben, Chancen nutzen und verpassen usw.

Netzwerk

Wir hatten vor Abreise geschrieben, vielleicht mögen sich Leute melden, die sich mit uns treffen wollen. Wunderbarerweise ist das auch geschehen. Einen angeregten Abend verbracht haben wir mit einem deutschen Leser, der dort mit seiner argentinischen Frau und zwei Teenager-Kindern lebt. War sehr nett und interessant. Übrigens: Zum Strand gehen die gar nicht mehr (hihi). Diese Treffen werden wir in den nächsten Jahren verstärken und wollen unser Netzwerk vor Ort dort ausbauen. Mal sehen was draus wird.

Höhepunkt: Chambao en vivo

Spanisch gefärbte Musik gefällt uns einfach. Keine Ahnung warum, aber bei Latino-Rhythmen oder guten Flamencos, Rumbas usw. kriegen wir Gänsehaut. Sinds die Gene? Man weiß es nicht.

Allerdings sind wir anspruchsvoll. Die kitschige Zarzuela-Musik oder der Flamenco-Verschnitt a la Isabel Pantoja, die an der einen Strandbude dauernd aus den Lautsprechern quoll, machte das dort zum Paradies für Rentner aus Madrid, nicht unser Ding. Deswegen gefällt uns auch die andalusische Band Chambao recht gut, die zumindest bisher eine gesunde Mischung aus traditionelle Melodik und Gesang und elektro-jazzigen Elementen geboten hat. Jetzt hatten wir die schöne Gelegenheit, Chambao live zu sehen. Und das war einfach nur gut.

Ort des Geschehens war der kleine Ort Aspe, 15 Kilometer nördlich von Elche. Die hatten fiestas und daher die sich auf Sommertour befindliche Band für ein Freiluftkonzert gebucht. Dem entsprechend zivil war der Eintritt und auch das ganze Ambiente erinnerte ein bisschen an Kleinstadtfest. Gespielt haben Chambao für etwa 2.000 Zuschauern von 24 bis 2 Uhr und es war einfach nur gut. Super Musiker, eine schrecklich nette Mari, die Sängerin, und ein mitsingendes Publikum, denn die Texte sind auch recht eingängig, gleichwohl untrivial, hinter- und tiefsinnig. Typisch spanisch am Publikum natürlich das fortgesetzte, den Rhythmus paraphrasierende Mitklatschen - palmitas.

chambao.jpg

Insgesamt entspannend, belebend, gut.

Fazit: Immer wieder gerne…

Ich weigere mich beharrlich, ein so genannter “Spanien-Fan” zu sein. Klingt so nach rosaroter Brille, unkontrollierbaren Emotionen und blinder Treue. Ales Quatsch! Natürlich verschaffen die Sprachkenntnisse und das reichhaltige Wissen über Land und Leute einen anderen Zugang zu einer Zivilisation. Aber ganz rational betrachtet, bietet Spanien einen ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und dazu ein Klima, das ich bevorzuge. Zudem ist das Alltagsleben von großer Freizügigkeit geprägt, die Leute sind soweit nett und hilfsbereit und der wirtschaftliche Erfolg der letzten Jahre hat die Städte prosperieren lassen, was man überall sehen kann. Hier habe ich nicht das Gefühl, in einem Dritte-Welt-Land die arme Menschen ohne Perspektive zu beschämen mit meinem Rückflug-Ticket und Visa-Karte in der Tasche. Oder gar mich in den Fassaden zu bewegen, die autoritäre politische Verhältnisse errichtet haben. Der eine mag den französischen Atlantik, der andere die Toskana. Wir werden immer wieder die Pyrenäen passieren und die iberische Halbinsel auf uns wirken lassen. Spain rulez!

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